Schnellübersicht der aktuellen Belletristik-Couch

Der Neunte von Ferenc Barnás

Aktuelle Empfehlung: Der Neunte

1968, Ungarn: Kádárs Kommunisten sind an der Macht und eine zwölfköpfige Familie lebt in bitterer Armut. Ein neunjähriger Junge erzählt in Der Neunte die Geschichte ihres Lebens in dem kleinen Ort in der Nähe von Budapest. Es ist eine gläubige Familie, die jeden Sonntag in die Kirche geht. Doch es ist vor allem eine arme Familie, in der die Kinder sich zu dritt ein Bett teilen, die Entlausung zu einer Zeremonie geworden ist und alle mit anpacken müssen, um dem Vater bei seinen Projekten zu helfen: Denn er versucht, mit kleinen Geschäften die Finanzen der Familie im Gleichgewicht zu halten.

Graphic Novel: Richtung

Graphic Novel: Richtung

Wohin soll die Reise des Lebens gehen? Eine schwierige Frage, auf die so schnell wohl kaum einer eine zufriedenstellende Antwort geben kann. Hinzukommt, dass viele Menschen auch nicht wissen, was sie vom Leben erwarten. Die nächsten fünf bis zehn Jahre lassen sich überschauen, planen, was danach kommt, wer weiß das schon? So viele Möglichkeiten stehen dem modernen Menschen offen, dass es schwerfällt, sich festzulegen. Aber wozu auch? Warum lassen wir uns nicht einfach überraschen und vertrauen darauf, immer die richtige Richtung zu finden?

Weitere aktuelle Besprechungen auf der Belletristik-Couch:

Alles wird hell von Julia Jessen

Alles wird hell (Julia Jessen)

Mit dem Alter ändert sich nicht nur das Aussehen, auch die Wünsche, Erwartungen und Sehnsüchte entwickeln sich weiter und verschieben sich. Ist es im Jugendalter die große Neugier auf das Leben der Erwachsenen, das Warten auf die erste große Liebe, die das Leben bestimmen, sind es ein paar Jahre später die Aufgaben von fester Beziehung und Job, die einen Großteil der Zeit beanspruchen und nur schon kurze Zeit später durch das Meistern des Familienalltags abgelöst werden. Sind die Kinder aus dem Haus, steht die nächste Veränderung an, gefolgt vom Rentenalter und am Ende dem Tod. Abschnitte, die ihre Spuren in jedem hinterlassen und in einer Beziehung jedes Mal zu großen Herausforderungen werden können. Von Kathrin Plett

Das siebte Kreuz von Anna Seghers

Das siebte Kreuz (Anna Seghers)

Menschen in einem gleichgeschalteten Staat dürfen nicht anders denken, sie dürfen keine Geheimnisse haben und müssen immer sichtbar sein für die Autoritäten. Überwachung und Gewalt sind die Mittel des Staates, der eine uniforme Bevölkerung beherrschen will und keine Alternativen duldet. Diejenigen, die dagegen aufbegehren, sind Verräter und Helden, sie greifen das Wohl des Staates und der Gemeinschaft an, sie wollen einen Raum für Freiheit und Individualität erobern. Der Klassiker von Anna Seghers zeigt den Kampf eines Einzelnen auf, gegen das System des NS-Staates und gegen die Ohnmacht. Ein kämpferisches Zeitzeugnis mit viel Einsicht in die Ängste und Schwächen der Verfolgten und der Unbescholtenen. Von Sebastian Riemann

Wir vergessen nicht, wir gehen tanzen. von Hg. Norbert Kron

Wir vergessen nicht, wir gehen tanzen. (Hg. Norbert Kron)

Eine Sammlung an spannenden, traurigen, liebevollen und nüchternen Geschichten, die die Beziehung zwischen Deutschland und Israel aus der Sicht der (Nach)nachkriegsgeneration beleuchten. Dabei steht immer der Blick auf das >Andere< im Fokus, das überraschend fremd erscheint – oftmals finden Israelis und Deutsche nicht zueinander, verfehlen die gegenseitigen Erwartungen oder sind blind, taub und stumm für das Gegenüber. Das verblüfft – sollten sich Israel und Deutschland etwa nicht angenähert haben oder gar sich nicht nah sein? Von Claire Schmartz

Was sie begehren von Kenneth Mackenzie

Was sie begehren (Kenneth Mackenzie)

Auf ein Internat wird der 15 Jährige Charles Fox von seiner Mutter geschickt, damit er ein Mann wird, der später sein Auskommen in der Gesellschaft findet. Denn daheim, im australischen Niemandsland fernab der großen Städte, würde der begabte Jüngling seine Talente nicht entwickeln können. Wie zu erwarten, wird das Internat eine harte Probe für Charles, der sich unter seinen Kommilitonen ganz und gar nicht wohl fühlt. Sie sind rau und grob, mitunter brutal, vertreiben sich die Zeit mit dem Malträtieren der schwächeren Jungen. Freunde sucht Charles unter ihnen nicht, vielmehr versucht er vor ihnen zu flüchten oder in ihrer Mitte unterzutauchen. Sie sind ihm eine Qual. Von Sebastian Riemann

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