Weiße Nächte von Fjodor M. Dostojewski

Buchvorstellung und Rezension

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Originalausgabe erschienen 1848 unter dem Titel Белые ночи, deutsche Ausgabe erstmals 1890 bei Greßner & Schramm.

Bibliographische Angaben

  • -: ?, 1848 unter dem Titel Белые ночи. 112 Seiten.
  • Leipzig: Greßner & Schramm, 1890 Helle Nächte. Erscheinungsjahr geschätzt. 112 Seiten.
  • München: Piper, 1911 Helle Nächte. Übersetzt von Moeller van den Bruck. 112 Seiten.
  • Leipzig: Reclam, 1920 Helle Nächte. Übersetzt von Konrad Praxmarer. Erscheinungsjahr geschätzt. 31 Seiten.
  • Minden: J. C. C. Bruns, 1923 Helle Nächte. Übersetzt von Fr. Scharfenberg. 316 Seiten.
  • München: Orchis, 1923. Übersetzt von A. Eliasberg. 101 Seiten.
  • Leipzig: Insel, 1928 Helle Nächte. Übersetzt von Hermann Röhl. 75 Seiten.
  • Darmstadt: Winkler, 1930 Helle Nächte. Übersetzt von ?. 32 Seiten.
  • Heidelberg: Meister, 1947. Übersetzt von Johannes von Günther. 88 Seiten.
  • Krefeld: Scherpe, 1947 Helle Nächte. Übersetzt von Arthur Luther. 77 Seiten.
  • Aarau; Frankfurt am Main: Sauerländer, 1960. Übersetzt von Johannes von Günther. 80 Seiten.
  • Stuttgart: Reclam, 1969. Übersetzt von Johannes von Günther. 79 Seiten.
  • Berlin; Weimar: Aufbau, 1977. Übersetzt von Georg Schwarz. 113 Seiten.
  • Stuttgart: Reclam, 1981. Übersetzt von Johannes von Günther. ISBN: 315002126X. 79 Seiten.
  • Wien: Age d´Homme, 1983. Übersetzt von Eva Hirsch. ISBN: 3854180160. 94 Seiten.
  • Berlin: Neues Leben, 1986. Übersetzt von Georg Schwarz. ISBN: 3355001139. 155 Seiten.
  • Hanau: Dausien, 1986. Übersetzt von Georg Schwarz. ISBN: 3768446751. 155 Seiten.
  • Frankfurt am Main; Leipzig: Insel, 1991 Helle Nächte. Übersetzt von Hermann Röhl. ISBN: 3458340289. 131 Seiten.
  • Frankfurt am Main; Leipzig: Insel, 2002. Übersetzt von Hermann Röhl. ISBN: 3458345345. 109 Seiten.
  • Köln: Anaconda, 2007. Übersetzt von Hermann Röhl. ISBN: 978-3866471818. 96 Seiten.
  • Berlin: Insel, 2011. Übersetzt von Hermann Röhl. ISBN: 978-3458362050. 109 Seiten.
  • [Hörbuch] Köln: Electrola, 1967. Gesprochen von Walter Andreas Schwarz. LP. 1 CDs.
  • [Hörbuch] Murrhardt: Schumm, 1979. Gesprochen von ?. 2 CDs.
  • [Hörbuch] Unterhaching: Naxos, 2003. Gesprochen von Gerd Udo Feller. ISBN: 3898160955. 3 CDs.

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In Kürze:

»Es war eine wundervolle Nacht, eine solche Nacht, wie sie vielleicht nur vorkommen kann, wenn wir jung sind.« Ein einsamer Spaziergänger trifft auf eine verzweifelte junge Frau. Aus der zufälligen Begegnung entwickelt sich eine zarte Liebe …
Dostojewskis Novelle Weiße Nächte gehört zu den schönsten Liebesgeschichten der Weltliteratur.

Das meint Belletristik-Couch.de: »Herzensschmerzen eines Liebenden« 88Treffer

Rezension von Daniela Loisl

Er geht abends in St. Petersburg spazieren, philosophiert über seine mittlerweile acht Jahre, die er in St. Petersburg lebt. Lässt Geschehnisse Revue passieren, analysiert das Verhalten der Mitmenschen, fühlt sich allein, da er in den langen acht Jahren keine Bekanntschaften geschlossen hat und fühlt sich noch einsamer, als so viele ihm unbekannte Menschen St. Petersburg verlassen, um auf Sommerfrische zu fahren.

Und dann sieht er auf der anderen Straßenseite am Trottoir eine junge Frau schnellen Tempos zielstrebig – vermutlich nach Hause – gehen. Ein nicht gerade vertrauensselig wirkender Mann scheint sich ihr in den Weg zu stellen, aber er überquert die Straße und rettet sie aus der unangenehmen Situation.

Das ist der Auftakt einer sehr innigen und pathetischen Liebesgeschichte. Dostojewski hat mit »Weiße Nächte« eine sehr intensive und gefühlvolle Novelle geschaffen, die wohl für Leser mit rationeller und weniger gefühlvollen Denkweise nicht unbedingt die richtige Lektüre sein wird. Vier doch kurze Nächte begleitet man den jungen Mann, der sich schon bei der ersten Begegnung in die junge Brünette, Nastenka, verliebt. Sie treffen sich jeden Abend, reden miteinander und Nastenka erzählt ihm auch von einem anderen Mann und einem Brief den sie geschrieben haben will. Die Exkurse in das Leben Nastenkas lassen den Leser schon vermuten, was möglicherweise passieren könnte, nur er, der so verliebt in die junge Frau ist, ist blind gegenüber den kleinen und subtilen Hinweisen. Sie gesteht ihm ihre Liebe und auch er öffnet sich letztendlich.

Man muss ihn schon mögen, den sehr intensiven, etwas blumig und süßlich wirkenden Erzählstil Dostojewskis in dieser Geschichte, dessen großes Pathos hier unüberlesbar dominiert. Es geht hier um nichts anderes als um die Gefühle zweier Menschen zueinander, die natürlich auch an die gesellschaftlichen Regeln der damaligen Zeit gebunden sind. Man erfährt über das Leben und die Vergangenheit der beiden Protagonisten nur äußerst wenig, alles ist auf das zwischenmenschliche Gefühl der beiden fokussiert.

Ist »Er«, der die Geschichte selbst erzählt, ein einsamer, aber dennoch »normaler« junger Mann, der sich blind und Hals über Kopf verliebt, so erscheint Nastenka zwischen kindlich naivem, etwas egoistisch rücksichtslosem Verhalten und ernst gemeinter Verliebtheit ständig zu schwanken.

Die gerade mal 100 Seiten umfassende Novelle beinhaltet ein reines Auf und Ab an Gefühlen und endet letztendlich in einem emotional explosiven Finale.

Man muss sich auf die Geschichte einlassen, muss sich identifizieren können mit den Figuren, der/die eine oder andere sollte vielleicht zurückdenken an die eigene Jugend, um das intensive Erleben des Gefühls der Verliebten nachempfinden zu können. Erlaubt man sich aber selbst, sich in die Lage der beiden jungen Menschen zu versetzen, so bekommt man eine bezaubernde, aber auch schöne und etwas wehmütig machende Liebesgeschichte erzählt.

Daniela Loisl, Februar 2012

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