Liebe Leserinnen und Leser,

mit besonderen Einblicken und verspäteten Neujahrsglückwünschen begrüßen wir Sie zur Belletristik-Couch im Jahr 2017. Möge es ein gutes, ein grandioses Jahr werden. Mögen Sie Freude beim Lesen haben, auch wenn das Buch, das wir Ihnen diesen Monat empfehlen auf den ersten Blick wenig froh und glücklich erscheint, sondern vielmehr düster und bedrohlich. Unser Februar-Buch stammt von einem Autoren, der einen besonderen Aspekt seines Privatlebens zum Thema gemacht hat, einen Aspekt, den viele andere lieber unerwähnt lassen oder in verkleideter Form vor den Leser bringen. Thomas Melle hat ein mutiges Buch geschrieben, das nicht leicht zu lesen ist, aber am Ende der Lektüre einen außergewöhnlichen Gewinn darstellt. Dergleichen liest man selten. Ein sehr intensives Buch, das anstrengt und mitunter überfordert. Die Welt im Rücken berichtet von der bipolaren Störung des Autors, von ihren zerstörerischen Auswirkungen, vom Hin und Her.

Ein romantisches Hin und Her gibt es in Bella Germania von Daniel Speck, bei dem zwei Verliebte nicht die richtigen Entscheidungen treffen, bereuen und versuchen die Dinge wieder herumzuwerfen. Ein überzeugendes Debüt des Drehbuchautoren Speck, der sich mit Bella Germania erstmals der Belletristik widmet.

Ganz besonders ans Herz legen wir Ihnen noch einen Band mit Kurzgeschichten von Etgar Keret, der es auf beeindruckende Weise vermag Alltäglichkeit und Unterhaltung zu verbinden. In seinen Geschichten beschreibt er die Lebenswirklichkeit in Israel mit humoristischen Mitteln, die aller Schwere und Bedrückung etwas leichtes geben und sie ertragbar machen. Keret hat ein besonderes Talent, er ist ein großer, ernster Komiker und ein sehr guter Erzähler.

Des Weiteren finden Sie einen Erzählband von Terézia Mora, einen moralischen Konflikt bei japanischen Kriegsverbrechergerichten im Buch von Kees van Beijnum, einen gealterten und zotigen Tacoverkäufer in Mexiko-Stadt, einen bezaubernden Lyrikband von James Krüss, sowie viele andere Bücher, unter denen Sie sicherlich das ein oder andere finden werden, um mit bester Laune und Schwung das neue Jahr in Angriff zu nehmen.

Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen

Ihr

Sebastian Riemann